Skepsis macht doppelte Arbeit

Ganz einfach hat es David Müller mit seinem Meisterstück nicht gehabt: Als er die Vorschläge für seine Kredenz einreichte, nahmen die Mitglieder des Prüfungs­ausschusses seinen Entwurf nicht ernst. Sie hielten seine Idee für nicht praktikabel. Was tun?

Musste den Prüfungsausschuss erst überzeugen: David Müller. (Foto: Müller)

„Die Herausforderung bei der Anrichte war die Rollladenführung“, erzählt Müller, der 1994 seine Meisterprüfung in Düsseldorf abgelegt hat. Für den jungen Tischler bedeutete die Skepsis doppelte Arbeit: „Erst durch ein Modell im Verhältnis 1:2 konnte ich die Prüfungsmitglieder überzeugen.“ Für den Bau der Kredenz verwendete Müller Kirschbaum. Die Rollladenstäbe sind aus perlmuttfarben lackiertem Ahorn, im Inneren findet sich auch Ahorn, Akzente setzte der Meister mit Metall.

Müller ist heute 49 Jahre alt und führt seit 1995 seine eigene Tischlerei in Bergisch Gladbach. Seit 1999 steht das Meisterstück im offenen Küchenbereich im Haus der Familie: „Wir benutzen es für Gläser, als Bar und als Objekt“, sagt der Tischlermeister.

 

 

 

25 Jahre ist es beinahe schon her: Das Meisterstück ziert heute den offenen Küchenbereich. (Foto: Müller)

25 Jahre ist es beinahe schon her: Das Meisterstück ziert heute den offenen Küchenbereich. (Foto: Müller)