20.11.2014
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Iveco New Daily 2014

Fahrbericht: Tolle Type aus Turin

Mit dem Daily ist es wie mit einer italienischen Diva. Sie ist zeitlos und erfindet sich immer wieder neu. Ob sich die Schöne aber so radikal erneuern lässt wie die neue Version des „New Daily“, darf bezweifelt werden.

von Lutz Odewald

Immerhin haben die Turiner Tüftler rund 80 Prozent aller Komponenten, aus denen der Daily besteht, in seiner 2014er-Version erneuert und verändert. Geblieben ist die klassische Leiterrahmenkonstruktion und damit der robuste Charme des Daily. Motor vorn, Antrieb hinten – nach wie vor schnuppert man Schwerlast, wenn man um den Transporter wandert oder ihn durch die Gegend chauffiert.



Muckibude
Leiterrahmen sind eine typische Konstruktionsart von Lkw. Robuste Bauweise, enorme Flexibilität beim Aufbau und einfache Wartung sind Vorteile dieser Heavy-Metal-Lösung. Doch die Autobauer von Iveco konnten der simplen Leiter beim Daily noch einige Modifikationen abtrotzen, die dem neuen Daily gut zu Gesicht stehen. Denn sie gingen den Weg über das Fahrgestell und krempelten dann den Kastenwagen gleich komplett um.

Bis zu vier Tonnen kann der neue Daily wegschleppen. Und das mit enormem Ladevolumen, denn die beiden Varianten mit 18 und 20 Kubikmeter Stauraum sind bisher unerreichte Bestwerte. Längere Radstände und kleinerer hinterer Überhang wollen dabei dafür sorgen, dass die Fahreigenschaften unter diesen Dimensionen nicht leiden. Den besten Kompromiss in Sachen Länge und Effizienz verspricht der elf Kubikmeter fassende Daily.

Schönheitssalon
Entert man die Fahrerkabine, zieht man unwillkürlich die Augenbrauen hoch. Oh là là, die Herren Designer durften zeigen, was sie drauf haben. Die Armaturentafel ist komplett neu gestaltet, und zwar gekonnt. Zweifarbig dunkelgrau präsentiert sich der Instrumententräger. Dazu kommt eine ganze Schar von Ablagefächern und Staumöglichkeiten. Radio und Telefon werden vom Lenkrad aus dirigiert, das selber etwas kleiner geworden ist. Ob die Geräuschdämmung tatsächlich signifikant zugelegt hat, wie von Iveco versprochen, konnte die kurze Teststrecke im italienischen Barlocco nicht wirklich offenbaren.

Die Außenhaut wirkt, als ob man einer Diva ein Bad in einem Jungbrunnen spendiert hätte. Alles schön frisch, neu und rund und trotzdem seltsam vertraut. Die Turiner versprechen sich vom Facelifting nicht nur optisch einen Zugewinn, sondern auch eine verbesserte Aerodynamik.

Kraftkeller
Und die harmoniert bestens mit dem Ziel, die Motoren effizienter werden zu lassen. Die Motorenpalette baut auf zwei Blöcken auf, der eine mit 2,3 Liter Hubraum, der andere mit runden drei Litern. Neben Diesel- gibt es auch Erdgasvarianten. Die Spannbreite an Pferdestärken liegt in neun Varianten zwischen 106 bis 205 PS.

Der kleinere Diesel will dank Eco-Paket mit Start-Stopp-Automatik den Verbrauch niedrig halten. Iveco verspricht einen geminderten Durst um rund 5,5 Prozent. Den Takt gibt dabei ein serienmäßiges Sechsganggetriebe vor, das das Drehmoment von 270 bis zu 470 Nm verwaltet. Wer auf ein Kupplungspedal pfeift, der kann auch optional ein automatisiertes Sechsgänge-Menü serviert bekommen.

Laderaum
Alles paletti auf dem hinteren Deck. Dank einer um 55 Millimeter abgesenkten Ladekante beim Kastenwagen wird nicht nur das Beladen einfacher. Da der Kasten gleichhoch bleibt, gewinnt der Raum um eben diese Zentimeter. In seiner höchsten Variante erreicht der Daily 210 Zentimeter, das reicht auch Basketballspielern für einen aufrechten Stand beim Ladevorgang.

Und wer meint, die Länge zähle nur beim Radstand, der betrachte mal aufmerksam folgende Rekordwerte: Der Daily kann in seinem Kasten je nach Version bis zu 510 Zentimeter lange Rohre, Bretter, Bauteile oder Leitern durch die Gegend fahren. Drei Radstände, fünf Längen und drei Laderaumhöhen sorgen für Flexibilität bei der Auswahl des richtigen Kastenwagens.

Fazit
Evolution statt Revolution: Der neue New Daily präsentiert sich schicker, technisch auf der Höhe der Zeit und gerüstet für ein langes und hartes Transporterleben. Und da er nahezu preisgleich bleibt, sprengt er mit seinen Anschaffungskosten und geminderten Verbräuchen auch kein Firmenkonto. Das überarbeitete Fahrwerk ist klasse, die Motoren gewohnt robust und langlebig. Und dass im überarbeiteten Fahrerhaus ein wenig italienisches Dolce Vita Einzug gehalten hat, steht dem Turiner Typen glänzend.

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