20.08.2010
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Das HolzHelden-Interview

Weinig: Marken, Märkte und Visionen

Weinig sorgt für Aufsehen. Nicht zuletzt die Übernahme von HolzHer hat das traditionsreiche Unternehmen aus Tauberbischofsheim verstärkt in die Schlagzeilen gebracht. Massivholz und Plattenwerkstoffe unter einem Hut - was kommt als nächstes?

von Lutz Odewald

Holzhelden: Wo geht die Reise für Weinig in diesem und dem kommenden Jahr hin?
Klaus Müller: Wir erwarten eine verstärkte Nachfrage nach den Bereichen Massivholz im Holzbau, bei Fassaden, im Innenausbau und beim Thema Fußboden. Dort wollen wir unsere Kunden, ob groß oder klein, mit innovativer Maschinen- und Anlagentechnologie begleiten.


Holzhelden: Der Zukauf von HolzHer hat in der Branche für Aufsehen gesorgt. Wie ist hier der Stand?
Müller: Die Übernahme nach der Insolvenz ist vollzogen und auch abgeschlossen. Es ist bereits eine neue Geschäftsführung eingesetzt, die jetzt in der Wachstumsphase für diesen Bereich die Weichen stellt. Wir sind zuversichtlich, dass HolzHer zu alter Stärke zurückkehrt.

 - Frank Epple und Moritz Wallner
Frank Epple und Moritz Wallner

Holzhelden: Die Gerüchteküche auf der Holzhandwerk kochte mit der Neuigkeit des HolzHer-Deals hoch. Sie wurden auch als potentieller Interessent an der insolventen Maka genannt.
Müller: Das war nicht korrekt. Aber es ist üblich, dass solche Gerüchte entstehen. HolzHer passt eher in unsere Philosophie, besonders was auch das Handwerk angeht. Nicht im Massivholz, aber in der Platte.


Holzhelden: Wie wird die Integration von HolzHer bei Weinig genau vonstatten gehen?
Müller: HolzHer wird als eigene Marke weitergeführt werden. Weinig bleibt Weinig, wir konzentrieren uns auf das Massivholz. Das ist im Logo das Grün. Und das Orange wird nach wie vor für die Platte stehen.
Vertrieblich werden wir hauptsächlich getrennt arbeiten, da auch die Kunden vielfach unterschiedlich sind. Im Hintergrund werden wir natürlich im Bereich der Fertigung, aber auch bei Beschaffung und Personal intensiv zusammenarbeiten. Davon profitieren beide Firmen, schließlich bauen beide hochtechnische Produkte.


Holzhelden: Was sind die Neuigkeiten, die in diesem und auch im nächsten Jahr kommen werden?
Müller: Natürlich haben wir die Leitmesse Ligna 2011 im Visier. Das ist das Großereignis, bei dem sowohl für das Handwerk als auch für die Industrie eine Menge geboten wird. Wir werden in Hannover eine Reihe interessanter Produkte vorstellen. Aber noch möchten wir keine Einzelheiten verraten.


Holzhelden: Verraten Sie uns denn, welche aktuellen Trends Sie mit Ihren Maschinen begleiten?
Müller: Der Trend beim Hobeln ist eigentlich schon immer gewesen, möglichst glatte Oberflächen zu erzeugen, damit man wenig nacharbeiten muss. Jetzt kommt in die Oberfläche Bewegung. Das heißt, das Holz wird durch das Strukturhobeln interessanter für viele Bereiche, ob Möbel, Fußboden oder Fassade. Und wir haben ein Verfahren entwickelt, diese traditionell von Hand  gefertigte Oberfläche automatisch zu erzeugen.
Außerdem ist der Massivfußboden stark im Kommen und sehr beliebt im Markt. Die Außenfassade liegt ebenfalls im Trend und  wird mehr und mehr auch von der Architektur angenommen. Das betrifft nicht nur die Fassade, weil sie eben aus Holz gefertigt wird. Immer stärker rückt der Werkstoff in den Vordergrund, denn er ist CO2-neutral und dadurch besonders umweltfreundlich.


Holzhelden: Was tut sich in Sachen Fenster aus der Sicht von Weinig?
Müller: Die Fensterfertigung hat sich ja gewandelt in den letzten Jahren. Der Trend ging klar hin zur Einzelfertigung, nur musste dies natürlich auch technisch machbar sein. Mit dem Konzept des Conturex haben wir eine Maschine entwickelt, die selbst für den kleinen Handwerker, der sagt, er wolle wieder Fenster machen, die Fertigung von einzelnen Fenstern wirtschaftlich macht. Durch den patentierten Zangentisch und den Werkzeugwechsler haben sich seine Möglichkeiten erheblich erweitert. Vor allem kann er sich dem Markt total anpassen, ob das unterschiedliche Fensterstärken sind oder Kontereckverbindungen – all diese technischen Anforderungen sind mit dem neuen System heute in Losgröße 1 möglich. Ziel ist es, ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis zu erreichen und so dem Holzfenster wieder Schub zu geben. Das geht nur durch innovative Technik, denn traditionelle Methoden brauchen Zeit. Und Zeit ist Geld. Mit dem flexiblen Conturex werden Einzelfenster so wirtschaftlich wie die Serienproduktion.

Weitere Informationen:

Weinig AG
Holzher

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