05.10.2010
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Zeugnisse richtig lesen

Was im Verborgenen steht

Zeugnisse können fiese, kleine Verräter werden. Jedenfalls, wenn man sie richtig lesen und auch zwischen den Zeilen nach versteckten Hinweisen forschen kann. Wie das geht, verraten die folgenden Zeilen ...

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Worauf es generell bei Arbeitszeugnissen ankommt, zeigt der Experte Helmut Dittrich in seinem Buch "Arbeitszeugnisse schreiben und verstehen" auf. Zunächst einmal gelte: "Je knapper das Zeugnis, umso schlechter wird der Mitarbeiter von Dritten beurteilt."

Weil alle Arbeitszeugnisse wohlwollend formuliert sein müssen, ist laut Buchautor Dittrich der sogenannte Zeugniscode wichtig. Den wenden viele Aussteller an, weil sie eine klare Wertung abgeben wollen.



Sie möchten ausschließlich hervorragende Mitarbeiter einstellen? Dann achten Sie genau auf die Nuancen bei den Formulierungen nach diesem Code. Nach Dittrich muss es "stets zur vollsten Zufriedenheit" oder "stets in jeder Hinsicht" heißen. Denn Abstriche bei Schlüsselformulierungen bedeuteten immer, dass der Mitarbeiter keine überdurchschnittlichen Leistungen gebracht hat.

Darüber hinaus enthalten Zeugnisse Aufgabenbeschreibungen. Auch darin stecken laut Dittrich Beurteilungen. Vor allem die Art der Arbeit zeige, was ein Mitarbeiter leisten kann.

Wenn beispielsweise in einem Zeugnis über zwei Jahre Arbeitsleben steht „Sie führte Lötungen an Chassis von Fernsehgeräten durch“, werde indirekt gesagt, dass die Frau flott und präzise angelernte Arbeiten durchführen kann – bei einer beachtlichen Monotoniefestigkeit. Wenn Sie eine entsprechende Tätigkeit zu besetzen haben, sei die möglicherweise genau die ideale Bewerberin. Außerdem helfen nach Dittrich eine Reihe von Fragen, der Zeugnisbotschaft auf die Spur zu kommen, wie zum Beispiel:

  • Wie lange sind die wesentlichen Tätigkeiten ausgeübt worden? – Zu häufiger Wechsel kann auf Mängel in der Arbeitsgüte hinweisen.
  • Liegt der Schwerpunkt auf Tätigkeiten mit geringer Bedeutung? – Der Bewerber ist möglicherweise nicht fähig zu anspruchsvollerer Arbeit.
  • Werden alle zu einer Tätigkeit gehörenden Aufgaben beschrieben? – Wenn nein, vielleicht fehlen dem Bewerber wichtige Kompetenzen?
  • Sind bei den Schwerpunkten auch die Leistung und das Verhalten gewürdigt? Wenn nicht, gab es vielleicht Beanstandungen.
  • Warum erfolgt der Arbeitsplatzwechsel? – Sie sollten im beruflichen Werdegang liegen, und nicht in Fehlern oder Unstimmigkeiten.

Welche Formulierung verrät jetzt aber wirklich, was es mit dem Bewerber auf sich hat? Nächste Seite:

 
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