26.11.2014
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Bosch GKS 10,8 V-Li Professional

Test: Die Bonsai-Säge

1400 Gramm, 1400 Umdrehungen pro Minute und 26 Millimeter Schnitttiefe – jeder Wert für sich klingt wenig spektakulär. Doch in Kombination ergibt sich daraus ein weltmeisterliches Fliegen­gewicht. Wir konnten nicht widerstehen und haben den Zwerg herausgefordert.

von Lutz Odewald

 - Die GKS 10,8 V am Massivholz
Die GKS 10,8 V am Massivholz

Die L-Boxx, in der die „GKS 10,8 V-Li Professioinal ausgeliefert wird, hat noch Standardmaße. Doch öffnet sich der Deckel, wird es niedlich. Denn was Bosch sich da in Sachen Säge ausgedacht hat, scheint auf den ersten Blick kaum profi-tauglich. Die Mini-Handkreissäge verschwindet fast, nimmt man sie so richtig in die Arme.

Die Leichtigkeit des Seins
Lediglich 1400 Gramm inklusive Akku wiegt der blaue Handschmeichler. Was zu einem guten Teil den winzigen Kraftspendern geschuldet ist, die an der GKS die Zähnchen zum Rotieren bringen. Denn die kleinste aller Säger von Bosch baut auf die Kraft von 10,8 Volt. Das klingt gewagt, denn momentan ist das große Wettrüsten in Sachen Akku-Power ausgerufen. Und auch Bosch ist vorne mit dabei, wenn es gilt, größer, schwerer und vor allem kräftiger zu sein.



Doch die GKS 10,8 V-Li sucht ihre Anhänger am anderen Ende der Skala. Überall dort, wo Leichtigkeit das Sein bestimmt und es auf feine Detail­arbeit ankommt, will die Kompaktsäge punkten. Immerhin verfügen die kleinen mobilen Akkus über beachtliche zwei Amperestunden Kapazität, was tatsächlich für erstaunliche Ausdauer sorgt. Meterweise OSB- oder Spanplatte bis zu 26,5 Millimeter Stärke bringt die kleine Bosch nicht an ihre Grenzen, wie der Ausbau eines Baumhauses bewies. Und auch vor Massivholz, das für eine anschließende Kampfsport-Demonstration in passgerechte Stücke gesägt werden musste, schreckte der Bonsai-Säger nicht zurück. Bosch verspricht eine Ausdauer von sechs Metern durch 24 Millimeter starkes, astiges Kiefernholz, bevor dem Akku die Puste ausgeht. Absolut glaubhaft, doch für uns gar nicht nötig. Bevor wir den Akku in seine elektronischen Knie zwingen konnten, haben wir ihn lieber gewechselt, denn der zweite Kraftspender wartete bereits ungeduldig in seiner Ladestation.

Starke rechte oder linke Gerade
Weniger exotische Bereiche, in denen sich die GKS 10,8 V-Li bewähren will, sind vor allem Montagearbeiten von Küchenbauern, im Möbel- oder Messebau. Da reicht die Schnitttiefe für alle gängigen Plattenstärken. Lediglich von der Arbeitsplatte muss die Säge ihre Zähnchen lassen, die ist einfach eine andere Gewichtsklasse.

In Sachen Verarbeitung punktet die blaue Mini-Säge auf allen Wertungsbögen. Die Alu-Fußplatte und der gesamte Aufbau versprechen ein langes Arbeitsleben. Lediglich die labbrig wirkende Haube des Sägeblatts weist darauf hin, dass bei der Konstruktion auch die Controller ein Wort mitreden durften.

Selbst eine tatsächlich leistungsstarke Mini-LED will für Ausleuchtung der Schnittlinie sorgen. Die ist so klein, dass sie auf Anhieb kaum zu finden ist. Wirklich relevant ist sie aber nicht, denn für gerade Schnitte sollen vor allem der beiliegende Parallelanschlag oder die Verwendung einer Führungsschiene sorgen.

Wunderdinge darf man in der Praxis vom ­Parallelanschlag allerdings nicht erwarten, denn seine Auflagefläche am Werkstück ist recht kurz. Doch da er auch als Adapter für die Führungs­schiene dient, verlieren damit gerüstet selbst lang­gezogene Einsätze durch Platten nicht ihre Geradlinigkeit.

Wo gesägt wird, bleiben Späne
Überhaupt gefällt die Detailarbeit an der GKS 10,8 V-Li. Die mögliche Gehrung bis zu 45 Grad lässt sich sauber einstellen, die Schnitttiefe wird ebenso zuverlässig fixiert wie bei den großen Verwandten. Alles ist so massiv, dass es auch auf ruppige Behandlung gelassen reagiert.

Geradezu rührend wirken kleine Details, etwa die Unterbringung des Imbusschlüssels, der für die Fixierung von Parallelanschlag oder Absaugadapter nötig ist. Der clipst unter der Säge in einer eigenen Führung. Ebenso raffiniert ist die mögliche Absaugung, für die Bosch seiner Kleinen einen eigenen Adapter spendiert hat. Der plastiline Spanfänger findet vor dem Sägeblatt seine Öffnung und soll möglichst staubfreie Arbeitsplätze ermöglichen. Doch ist seine Verwendung eher theoretischer Natur, denn koppelt man das Leichtgewicht an einen Absaugschlauch und Staubsauger, verliert die Säge ihren größten Vorteil: die Leichtigkeit beim Handling. Wer also nicht gerade direkt über dem Perserteppich seine Platten anpassen muss, verzichtet dankend auf das zusätzliche Hüftgold der Säge, bleibt lieber im Fliegengewicht und punktet ein ums andere Mal mit den präzisen Treffern der Kombination 1400 Gramm und 1400 Umdrehungen …

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1 Kommentar zu "Test: Die Bonsai-Säge "

  1. Anurag - 28.09.2016, 11:29 Uhr (Kommentar melden)

    Hi,Thanks for the information about this Really nice Post. http://halloweencostumescouples.com/ http://pumpkincarving.org/ http://halloweencoloringpictures.com/