Dauerläufer mit Kraft ohne Kabel
Test Akku-Bohrschrauber Bosch GSR 18 V-Li
Bosch verspricht 500 Schrauben mit einer Akkuladung. Die musste weder der Tester noch der blaue Dauerläufer hinter sich bringen. Aber dafür zahlreiche andere Versuche, die Grenzen des Akku-Kraftprotzes zu erfahren.
Schon das Auspacken des neuen Bohrschraubers „GSR 18 V-Li“ macht Spaß. Denn der auf Hochleistung gezüchtete Handschmeichler kommt in einer L-Boxx von
Sortimo
in Redaktion und Werkstatt. Das sichert nicht nur einen reibungslosen Versand, sondern auch einen festen Platz im Laderaum, eine Sortimo-Einrichtung vorausgesetzt.
Doch hier geht es nicht ums Auspacken, hier geht es um Arbeit. Der 1800 Gramm schwere Schrauber liegt gut in der Hand, selbst bei großen Handwerkerpfoten. Bestückt ist er mit einem 3,0-Ah-Akku der neuesten Generation. Damit speziell das Arbeiten über Kopf leichter fällt, gibt es auch einen leichteren „Compact“-Akku, der 200 Gramm weniger an Tischlers und Schreiners Bizeps zieht. Doch dank einer ziemlich gut ausbalancierten Gewichtsverteilung fällt der Umgang mit dem Bosch auch beim Arbeiten mit kleinen Schrauben ohne vorgebohrte Löcher leicht.
Feingeist
Der Kopf des Schraubers ist angenehm kurz. Nur 185 Millimeter plus Bohrer oder Bit müssen bei Bedarf in schmale Ecken gezwängt werden. Damit ist der GSR 18 V-Li ( wer gibt den Geräten eigentlich solche Namen?) der kürzeste in seiner Leistungsklasse. Gerade bei solchen Anwendungen spielt der Akkuschrauber seinen nächsten Trumpf aus. Seine Leistung kann äußerst fein dosiert werden.
Wer Löcher auch mal dann bohren muss, wenn er bis zu den Schultern im Schrank steckt, der weiß zu schätzen, dass ihm das Gerät nicht bei der ersten kleinen Bedienung um die Ohren fliegt. Immerhin reißen hier maximal 67 Newtonmeter am Bohrer. Und das bei vielen Schraubern mittlerweile obligatorische Licht leuchtet die Stelle der Tat auch tatsächlich gut aus.
Kraftprotz
Das neue Zweigang-Planetengetriebe lässt sich sicher schalten, was man in dieser Preisklasse auch erwarten darf. Will man tatsächlich mit dem groben Bohrer auf Stämme losgehen, dann ist der erste Gang, in dem der Bohrkopf mit maximal 500 U/min zur Sache geht, die erste Wahl. In Holz will der GSR auch noch Bohrer bewegen, die 35 Millimeter stark sind.
Dicke Schrauben dreht der Kraftprotz sicher ein, wobei auch hier die Feinfühligkeit in der Bedienung hilft, sanft anzudrehen. Bosch sichert einen maximalen Schraubendurchmesser von acht Millimetern zu, aber zehn schafft der blaue Schrauber ebenfalls locker.
Dauerläufer
Sollen Schrauben im Akkord verarbeitet werden oder kleinere Löcher in Reihe gebohrt, dann saust der zweite Gang hoch bis zu einer maximalen Drehzahl von 1700 U/min. Ausprobiert: Das Versprechen, auch acht Millimeter starke Schrauben ohne Vorbohren in Weichholz zu versenken, hält der Schrauber. Und das eine ganze Zeit lang. Wir konnten auch nach rund 100 Schraubvorgängen kein Nachlassen der Akkuleistung feststellen.
Fazit
Bosch verspricht nicht zu viel, der neue Akkuschrauber der „dynamic series“ macht seinem Namen alle Ehre. Und so leicht das Auspacken fiel, so ungern schicken wir den blauen Kraftprotz wieder weg!
