Der nach den Sternen greift
Praxistest Opel Movano
Der neue Opel Movano will natürlich nicht in die Raumfahrt. Vielmehr hat er eine Sternenflotte im Visier, die täglich auf heimischen Straßen unterwegs ist. Ob der Opel Sprinterqualitäten hat, testete Betriebsleiter Daniel Ochmann von der Tischlerei Biermann.
Bis zu 17 m3 Laderaum. Spätestens bei dieser Zahl weiß der Experte, welchem Konkurrenten Paroli geboten werden will, denn mit diesem imposanten Schluckvermögen glänzt der große Sprinter von Mercedes. Und genau mit diesen Vehikeln sind die Mitarbeiter von Holzbau Biermann aus Hannover vor allem unterwegs. Beste Voraussetzungen, um zu sehen, ob sich der neue Opel Movano auch in einer Sternen-Flotte behaupten kann.
Der Antrieb
„Richtig schön spritzig ist er“, kommentiert Daniel Ochmann. Der Betriebsleiter hat den Opel in Stadt, über Land und auf der Autobahn gescheucht. „Der hat aber auch die große Maschine, oder?“ Hat er eben nicht. Unser Testwagen war bestückt mit der 125-PS-Diesel-Maschine. Und die reicht, um dem Opel ordentlich Beine zu machen. Die Version mit 146 flotten Diesel-PS ist eher etwas für die Heizer-Fraktion denn für den Handwerker. „Wir haben den Wagen mit Fensterelementen beladen, aber das hatte keinen Einfluss aufs Fahrverhalten“, lobt Ochmann. „Und sparsamer als unsere Sprinter ist er auch, im Schnitt rund zwei Liter.“ Der Testwagen brauchte knapp 10,5 l/100 km. Das deckt sich mit den Angaben, die Opel zum Verbrauch macht.
Das Fahrwerk
Hat Daniel Ochmann etwas gegen Mercedes? Fast könnte man es ob seines nächsten Kommentars meinen: „Im Sprinter ist alles etwas schwammiger. Das Fahrwerk vom Movano ist richtig gut, schön straff.“ Auch im beladenen Zustand lässt sich der Opel von Lenkmanövern nicht aus der Ruhe bringen. Es gibt den Movano mit Front- oder Heckantrieb. Die Schwerlast-Fraktion wird gern zum angetriebenen Hinterrad greifen, die Sparer zum Fronttriebler. Für den Heckantrieb hat Opel als Option ESP mit an Bord. Zusammen mit den exzellenten Bremsen, die Pkw-Niveau erreichen, ergibt sich ein narrensicheres Fahrverhalten, auch mit Last. Dank serienmäßigem Brems-Assistenten schafft man locker Anhaltewerte unter 40 Metern.
Das Interieur
„Die Innenausstattung ist top, da gibt es nichts.“ Die zahlreichen Ablageflächen haben es dem Tester genauso angetan wie das integrierte Navi von TomTom, das sich über den Satelliten rechts an der Lenksäule bedienen lässt. „Meine Frau fährt einen Renault, daher kenne ich das. Super, denn so bleiben die Hände am Lenkrad.“ Da hat der Mann recht. Und die Bemerkung mit dem Renault ist absolut treffend, denn schließlich ist der Movano eine Koproduktion mit Renault, das Partnermodell der Franzosen heißt Master.
Gibt es denn wirklich nichts zu meckern, Herr Ochmann? „Doch, doch“, schmunzelt der 28-Jährige. „Der Schaltknauf sitzt zu dicht am Knie, jedenfalls an meinem.“ Die Mercedes-Fraktion atmet hörbar auf. „Und der Mittelsitz versperrt die Sicht im Innenspiegel nach hinten.“ Aber, aber, Herr Ochmann, der lässt sich doch umklappen und ist dann gleich ein drehbarer Laptop-Tisch. „Ach so. Na dann ist das eben auch super.“ Und fügt noch schnell hinzu: "Die Ladekante ist auch niedriger als im Sprinter."
Fast scheint es, als ob den Sprintern auf dem Hof die Außenspiegel schlapp herunterhängen.
Daten im Überblick:
Opel Movano 2,3 CDTI
Ausführung: L2H2
Motor: 2,3-Liter-Vierzylinder Diesel mit 92 kW/125 PS
Getriebe: 6-Gang
Höchstgeschwindigkeit: 139 km/h
Verbrauch: 10,4 l/100 km
CO2-Werte: ab 198 g/km, mit Dieselpartikelfilter Euro 5
Preis: ab 24 990 €
