29.06.2011
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CNC Modular: Wenn Tischlermeister tüfteln

Maschinen: Die CNC zum Unter-den-Arm-klemmen

Michael Schneeloch wollte sich eigentlich nur ein Boot bauen. Heraus gekommen ist eine CNC, die preiswert und mobil ist. Die Maschine ist fertig. Das Boot muss noch warten ...

von Lutz Odewald

Viel Platz gibt es wenig: Die Werkstatt des Tischlermeisters in Ratingen zählt nicht zu den größten ihrer Art. Die 95 Quadratmeter bieten kaum Platz, um den Traum von der eigenen CNC zu realisieren. Doch Schneeloch ist bekennender Fan von Bearbeitungszen­tren (BAZ). Schließlich war er selber jahrelang CNC-Dienstleister. Und außerdem wollte er sich ein Boot selber bauen, denn das Segeln zählt zu seinen Hobbys.








Schlosser als Glücksfall
Das war vor rund fünf Jahren. Eine passende Mini-CNC gab es nicht zu kaufen, ein richtiges BAZ war zu teuer und zu groß. „Ich habe überlegt, wie ich mit möglichst wenig Hightech und mobil trotzdem CNC-arbeiten kann.“ Also begann Schneeloch damit, die gewohnten Pfade von Holz und Leim zu verlassen. Er begab sich tief in die Welt von gekantetem Blech und Elektronikbauteilen. Die Lage seines Betriebes inmitten eines kleinen Gewerbegebietes erwies sich als Glücksfall, schließlich residiert ein Schlosser in seiner Werkstatt direkt gegenüber.




Fit in jedem Detail
Heute, fünf Jahre später, kann Schneeloch wie auf Knopfdruck mit sämtlichen Details seiner Maschine aufwarten. Der Tischler steckt bis über beide Ohren in seiner CNC. Und das nicht nur theoretisch. Das schmucke Teil arbeitet auch im Alltag: „Mittlerweile ist sie das Herzstück meiner Werkstatt. Ich arbeite viel häufiger mit ihr als mit der Kreissäge.“ Schneeloch ist spezialisiert auf Innenausbau, arbeitet in seinem kleinen Betrieb mit einem zusätzlichen Gehilfen. „Da ist Zeit Geld. Und während die Maschine arbeitet, kann ich andere Dinge erledigen.“

Mit Unterdruck in den Startlöchern
Während die ersten Entwürfe noch nach reichlich Bastelei aussahen, strahlt die fertige CNC-Oberfräse Professionalität aus. Ein großer Tisch bietet reichlich Platz für Werkstücke, im Hintergrund warten zwei Oberfräsen in einem Portal auf ihren Einsatz. Selbst entwickelte Schnellspanner fixieren Platten oder Massivholz. „Ich bin gerade dabei, ein Vakuum-Spannelement zu entwickeln, das ist in Kürze fertig“, verrät Meister Schneeloch strahlend.
Kein Wunder, dass es keine Hobelbank in der Werkstatt gibt. „Wenn ich die CNC nicht brauche, ist der Werktisch meine Arbeitsfläche.“


Flott im Transporter
Startet Schneeloch seine Maschine, zuckt der Betrachter zunächst die Schultern. Na und? Eben CNC. Der eigentliche Hit beginnt erst, wenn die Maschine aus ist. Mit wenigen Handgriffen hat der Tüftler seine Maschine auseinandergebaut. Und ruckzuck in einem Transporter verstaut. Die Einheit ist tatsächlich transportabel! Und dank der 220-Volt-Stromversorgung füttert jede normale Steckdose die Maschine. Das Portal der „CNC Modular“ ist, je nach Typ, für Arbeitsbreiten zwischen 1000 und 2250 mm ausgelegt. Der Arbeitstisch lässt sich beliebig verlängern und so an alle möglichen Raumsituationen anpassen. Bleibt die Frage nach dem Preis: „Meine große Ausführung wird rund 15 000 Euro kosten.“


Fazit:
Seine eigenen Vorgaben, eine kleine und kostengünstige CNC auch für den mobilen Einsatz zu entwickeln, hat Michael Schneeloch perfekt umgesetzt. Nur die Schutzhaube um die Bearbeitungseinheit fehlt noch, um das CE-Zeichen zu erhalten. Und dann ist sich der tüftelnde Tischler sicher: „Damit kann sich eigentlich jeder Betrieb eine eigene CNC in die Werkstatt stellen.“

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