Der Elektro-Transporter EcoCarrier
Langzeittest: Die Zeit ist einfach reif dafür!
Alle reden von Elektro-Mobilität. Auf jeder Automesse werden schicke Prototypen gezeigt. Ein Handwerker in Hannover wartet nicht länger. Er hat die ersten zwei E-Transporter gekauft.
Heinz-Jörg Ewald ist ein cooler Typ. Ganz entspannt plaudert er über die Zukunft. Und zwar gar nicht nur die eigene. Der Chef eines 18-Mann-Betriebes gestaltet die Zukunft ganz Deutschlands nämlich mit. Und zwar sehr aktiv.
Lautlos
Der Hannoveraner ist einer der allerersten Handwerker, der Elektro-Transporter sein Eigen nennt. Zwei nagelneue „EcoCarrier“ vom Hersteller EcoCraft Automotive aus Wunstorf hat der Dachdeckermeister sich gekauft. Eines seiner neuen Schätzchen wird gerade von ihm aus der heimischen Halle manöveriert.
„Wollen Sie mitfahren“, tönt es aus der Fahrerkabine. „Nö, nur mithören.“ Und das am besten draußen. Denn der Effekt, den Elektrofahrzeuge beim Anfahren verursachen, ist jedes Mal ein Aha-Erlebnis. Denn man hört ... nichts. Der EcoCarrier summt ein- oder zweimal kurz, dann setzt sich die große Pritsche geräuschlos in Bewegung.
Großserienfertigung
Nach ein paar rollenden Metern hält Heinz Ewald, steigt aus der Land-Rover-ähnlichen Fahrerkabine. Die Ähnlichkeit ist kein Zufall, denn viele Teile des Elektro-Mobils sind keine Eigenentwicklungen, sondern Zukäufe aus Großserienproduktionen. „Wir wollen das Rad nicht neu erfinden“, sagt Giso Gillner, Geschäftsführer von Ecocraft Automotive. Im Gegenteil: Das Fahrzeug soll flexibel einsetzbar sein und in jeder Werkstatt repariert werden können. So sind etwa für die Demontage der Vorderachse, die VW zuliefert, nur zehn Schrauben zu lösen. Und wer jetzt an eine rollende Bastelbude denkt: Der EcoCarrier wird im VW-Werk in Sarajewo montiert und im heimischen Wunstorf nur entsprechend der Wünsche der Kundschaft modifiziert.
Heinz Ewalds Wünsche sind überschaubar. „Die Fahrzeuge mit dem langen Radstand kann die bisherigen Dieselfahrzeuge vollwertig ersetzen“, zeigt er sich zufrieden. „Zuladung, Ladefläche und Ladekante - alles mindestens so gut wie bei meinen Sprintern.“ Der Unternehmer hat bisher sieben dieselnde Fahrzeuge im Einsatz. Die EcoCarrier sind im Serienzustand, nur die Firmenwerbung ist neu: „Schließlich sehe ich die Wagen als positive Werbung für mein Unternehmen an“, rechnet Ewald vor. „Ein Leitergerüst muss noch auf die Pritsche gebaut werden, der Rest passt.“
