2. September 2010
Keine Angst vor Kopier-Chinesen
Es müssen gar nicht die berüchtigten Kopierer aus dem Land des Lächelns sein. Der Schaden ist für die Entwickler der Originale auf jeden Fall riesengroß. Und sie haben kaum Möglichkeiten, sich wirklich zu wehren. Die Mühlen der Justiz mahlen langsam. Und sie sind teuer. Wirksam sind Aktionen wie der Preis des Plagiarius. Dieser Wettbewerb geht 2011 in eine neue Runde.
Die Angst geht um. Ob im Maschinenbau oder im Textilbereich, in der Serienfertigung oder in der teuren Einzelproduktion - Kopierer und Fälscher sind am Werk. Die Schäden, die diese Form der Wirtschaftspiraterie anrichten, sind immens.
Die Fälscher sitzen genauso in der kleinen Hinterhofwerkstatt wie am Superrechner in der Welt des Internets. Jüngst machte eine beeindruckende Zahl die Runde: In China sind rund 100 000 Staatsangestellte nur damit beschäftigt, mittels raffiniert programmierter Internetviren und Spähprogrammen an Betriebsgeheimnisse zu gelangen.
Seit 1977 ist der Designer Professor Rido Busse den Raubkopierern auf der Spur. Und das mit gar nicht geheimen Methoden. Ganz im Gegenteil: Mit der Verleihung des "Plagiarius" werden die Wirtschaftskriminellen aus ihrer Anonymität geholt. Völlig unbekannte Firmen, die dies auch liebend gerne bleiben wollen, stehen auf einmal im Rampenlicht der Öffentlichkeit.
Der "Plagiarius" ist ein "Negativ-Preis", der alljährlich den dreistesten Raubkopierern verliehen wird. Sein Symbol, der Zwerg mit der langen Nase, wird im Rahmen der Konsumgütermesse "Ambiente" in Frankfurt am 11. Februar 2011 verliehen.
Wer mit seinem Produkt teilnehmen will, muss folgende Hürden meistern und einreichen:
-das Originalprodukt
-das vermeintliche Plagiat
-das Anmeldeformular und die Korrespondenz mit dem Plagiator, also dem kopierenden Unternehmen
-Kopien von eingetragenen Schutzrechten, falls angemeldet.
Weitere Informationen: Plagiarius
