22.03.2010
2 Bewertung(en) Rating
Schriftgröße

Der clevere Ostfriese

In der Praxis: Maco Tricoat-Beschläge

Die Schröders haben ganz klein angefangen. Aus dem winzigen Betrieb des Vaters formte Erwin Schröder mit einem feinen Näschen für Trends eine innovative Großtischlerei.

von Lutz Odewald

Am Anfang war das Rad. Kurz nach dem Krieg gründete Diedrich Schröder in Hesel eine Stellmacherei. Das kleine Haus, in dem er Kutschen fertigte und reparierte, war gleichzeitig Wohn- und Schlafstube. Und das Geburtshaus des heutigen Firmenchefs. „Hier stand das Bett vom alten Schröder“, schmunzelt Manfred Fecht, der Betriebsleiter der Holzproduktion bei Schröder, und zeigt in eine Ecke der Fertigungshalle. Wenigstens war der Weg zur Arbeit schön kurz! Das alte Elternhaus ist immer noch Bestandteil der Produktionsstätten.
Doch selbst im abgelegenen Hesel waren die Tage von Pferdefuhrwerken gezählt, 1955 legte Schröder seine Meisterprüfung im Tischlerhandwerk ab. Sohn Erwin schlug wie selbstverständlich ebenfalls den Holzweg ein. Der Jungtischler erkannte früh die sich ändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Schon 1967 bekam er die Lizenz zur Kunststoffproduktion. Eine Entscheidung mit Weitblick: Das Geschäft brummte, der Standort wurde ausgebaut.


Container-Schröder
Ein Weg ohne Schnörkel? Erwin Schröder grinst verschmitzt: „Ein Möbelgeschäft hatten wir auch schon, hier in Hesel.“ Und einen ganz besonderen Spitznamen hatte er nach der deutschen Wiedervereinigung. „Container-Schröder wurde ich genannt. Wir brauchten schnell Platz, da hab ich einfach Container auf den Hof gestellt.“ Der Name war nicht nur liebevoll gemeint, denn bei Schröder wurde lautstark von früh morgens bis abends und am Wochenende malocht.
Als vor Hesel ein Gewerbegebiet entstand, schnappte der Tischler zu. 1995 war Richtfest der ersten Produktionshalle. Heute gliedert sich der Betrieb in eine Holz-, eine Kunststoff- und eine Alu-Fertigungsschiene.




Kunden-Nähe
Doch allein die Masse macht es nicht, weiß Erwin Schröder. „Meine Kunden kommen mittlerweile aus einem großen Umkreis. Aber Qualität muss stimmen, denn die ist die beste Werbung.“ Trotz der Größe seines Betriebes weiß Schröder ganz genau, wo im Zweifel der Schuh drückt.
Beispiel: „Wenn wir direkt an die Küste oder auf die Inseln liefern, dann verwenden wir Tricoat-Beschläge von Maco. Der Beschlag ist top, der rostet nicht, alles andere gammelt weg.“
Manfred Fecht erklärt, warum Schröder auf die Beschläge setzt: „Bei der fertig montierten Beschlaggarnitur werden die Kunststoffteile wieder demontiert. Alle Metallteile erhalten dann in einer speziellen Reinigungsanlage eine Konversionsschicht, erst danach erfolgt die Tricoat-Beschichtung.“ Anschließend werde der Beschlag wieder zusammengebaut und sei dann erst einbaufertig. Den preislichen Aufschlag muss Schröder seinen „Küsten-Kunden“ nicht erklären. Wer generationenlang der rauhen Salzluft trotzt, hat neben viel Wasser auch schon etliche vergammelte Beschläge gesehen. Doch Schröder wäre nicht Schröder, wenn er den Tricoat-Beschlag nur an die Küste liefern würde: „Der Beschlag ist doch im Ruhrpott genauso klasse. Ob neben dem Kohlenschlot oder an Hauptverkehrsstraßen – wenn der einbauende Tischler weiß, dass Prüfinstitute den Tricoat mit der Einordnung in Klasse 5 nach EN 1670 klassifiziert haben, kann er ihn auch guten Gewissens in Gegenden einbauen, die nicht so gute Luft haben wie wir hier in Ostfriesland.“
Der pfiffige Schröder achtet auch im kleinen aufs Detail. So fertigt Maco die Beschläge für sein Unternehmen gleich mit dem Schröderschen Markennamen. „Deswegen kauft keiner bei mir. Aber wenn er ein Fenster hat, freut er sich darüber und erzählt es weiter.“ Die Fenster- und Türenwerke beliefern zahlreiche Tischler. Die nicht von selber kommen. „Ich habe allein neun Außendienstler im ganzen Norden im Einsatz.“ Kundennähe fängt eben nicht nur beim Endkunden an.


Liebling Wintergarten
Während Fenster und Türen Hesel in großer Menge verlassen, sind die Wintergärten aufwändige Einzelstücke. „Wintergärten heben sich vom Massengeschäft ab“, schwärmt Schröder. „Wir liefern mittlerweile im Umkreis von 500 Kilometern.“ Seinen Lieblingen hat er eine imposante Ausstellungshalle spendiert. Nicht ohne Hintergedanken: „Das Geschäft brummt. Und die Renditen von Holz-Alu-Wintergärten sind traumhaft, die machen noch richtig Spaß.“
Für die Zukunft hat Erwin Schröder natürlich auch schon gesorgt. Die Söhne Hendrick und Detlef arbeiten schon im Betrieb, Tochter Imke wird das Marketing übernehmen. Nicht nur auf seine Kinder kann der Chef von 85 Mitarbeitern bauen. Erwin Schröder setzt auf Teamarbeit. Wobei der Patriarch ein Mann klarer Worte ist: „Schleimscheißer mag ich nicht. Meine Mitarbeiter müssen auch mal ihre Meinung sagen.“ Übrigens gern auch auf Plattdütsch. Man ist schließlich in Ostfriesland!

Ist dieser Artikel für Sie hilfreich?

Kommentar erstellen

Ihre persönlichen Daten:

Sicherheitsprüfung: (» refresh)

Bitte füllen Sie alle Felder mit * aus! Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

1 Kommentar zu "In der Praxis: Maco Tricoat-Beschläge"

  1. odi914 - 21.04.2010, 07:21 Uhr (Kommentar melden)

    Test