09.03.2010
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Qualität voraus

In der Praxis: 4-Schicht-Aufbau Remmers Induline

Von ­Unkenrufen keine Spur – Tischlermeister Ralf Schröder investiert und ­expandiert. In Sachen Oberfläche setzt er auf vierschichten Aufbau.

von Lutz Odewald

Irgendwo weit draußen nördlich von Hamburg: Landluft und Kühe auf fetten Weiden. Enge Landstraßen und gemütliche Dörfer. Wenn man denkt, es geht nicht mehr weiter, dann kommt das Ortsschild Brande-Hörnerkirchen. Dort hat Tischlermeister Ralf Schröder seine Bau- und Möbeltischlerei. Und der Unternehmer ist alles andere als ein verschlafenes Landei: Der dynamische Handwerksmeister hat seinen Betrieb blitzsauber durchorganisiert.

Neue Maschinen
Sein neueste Investition führt der Unternehmer stolz vor: das Bearbeitungszentrum „Venture 12L“. Die Vielseitigkeit des neuen Bearbeitungszentrums hat Schröder überzeugt. Schließlich werden hier neben passivhaustauglichen Fenstern und Türen auch Möbel gefertigt. „Das Bearbeitungszentrum ist einfach viel flexibler als eine reine Fenstermaschine.“
Rund ein Drittel seines Umsatzes tätigt das Unternehmen mit exklusivem Innenausbau, den Rest macht die Bautischlerei aus. „Aus dem Objektgeschäft habe ich mich ganz zurückgezogen“, verrät der Tischlermeister. „Da wird nur noch über den Preis gekämpft.“ Noch vor sieben Jahren hatte Schröder 20 Gesellen und zwei Meister. „Damals habe ich mich mehr über die Koordination meiner Mitarbeiter als über zickige Kunden geärgert.“ Statt Herzinfarkt und Preiskampf also lieber Qualität und zufriedene Gesichter: Heute tischlern sieben Gesellen und vier Lehrlinge in dem Betrieb.



Neue Technologien
In der Beratung sieht Schröder eine seiner Stärken. Und die ist wichtig, betont der Tischler. „Billighölzer haben den Ruf vom Holzfenster ziemlich geschädigt. Billig ist ein echtes Eigentor. Der Kunde will sparen und vergleicht Äpfel mit Birnen.“
Auch bei der Beschichtung geht der Schleswig-Holsteiner seinen Qualitäts-Weg. Jahrelang war er Anwender des klassischen Drei-Schicht-Aufbaus. Jetzt ist er überzeugt vom vierschichtigen Aufbau inklusive eines Holzverfestigers. „Remmers hat bei mir ganz klein angefangen“, erinnert sich der Norddeutsche.
„Anfangs habe ich nur Möbelfüller abgenommen. Doch die haben sich wirklich gekümmert und mich ausführlich informiert.“ Bevor der Tischlermeister sich für die neue „Induline“-Beschichtung entschied, hat er zunächst einmal seine Mitarbeiter zu Wort kommen lassen. „Meine Anwender sind alle total überzeugt. Die Oberflächen sind glatter und fühlen sich härter an.“ Damit war die Entscheidung gefällt: Schröder investierte in notwendige Umbauten und eine Befeuchtungsanlage. „Jetzt können wir unseren Kunden die Garantie von zehn Jahren auf unsere Oberflächen weitergeben.“

Neue Geschäftsmodelle
Das Nordlicht arbeitet aber nicht nur für eigene Kunden. Rund 15 Tischlerbetriebe kaufen Fenster und Türen mittlerweile bei ihm zu. Und sie schätzen die Flexibilität der Schröderschen Fertigung. „Das geht auch mal ruck zuck. Und wenn da mal eine Leiste extra ran muss, dann wird die auch nicht gleich berechnet.“ Der Handwerksmeister ist auf Expansionskurs. Er ist locker in der Lage, weitere Kollegen vom Rohfenster bis zum fertig lackierten Produkt zu beliefern. Einziges Problem des drahtigen Tischlermeisters: „Manche kommen einfach nicht. Preise sind schnell gemacht – fragen kostet ja nichts. Und beißen tue ich auch nicht.“

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