Der Baby-Bohrer
Test Akkuschrauber Bosch GSR MX2Drive Professional
Ach, ist der aber niedlich. Von wegen. Finger weg: Der Kleine beißt und bohrt! Ein Praxisbericht von großen und kleinen Handwerkerfingern.
„Papa, darf ich den haben?“ Bevor das 500 Gramm leichte Fliegengewicht überhaupt zum ersten Einsatz kommt, hat es schon Fans. Obwohl sich die Mienen der Marketingstrategen ob der Forderung des vierjährigen Handwerkernachwuches sicherlich schmerzlich verziehen.
Kein Spielzeug
Denn der Bonsai-Bohrer will kein Spielzeug sein. 3,6-Volt-Akku im Bauklötzchenformat hin oder her: Schon beim ersten Griffkontakt macht der „GSR Mx2Drive Professional“ klar: „Eigentlich bin ich ein Großer.“ Seine technischen Anlagen lassen eigentlich auch nichts anderes erwarten. Das Zweigang-Getriebe ist ganz neu entwickelt worden und bringt beachtliche 10 Nm an die Schraube. Die kleine, aber massive 1/4“-Sechskant-Werkzeugaufnahme fasst Bit wie Bohrer gleichermaßen. Das Ladegerät ist fast größer als der Akkuschrauber selber und nimmt die miniaturisierten Kraftzwerge mit Lithium-Ionen-Akkus elektronisch geregelt an ihre Futterstation.
Winzling im Einsatz
158 Millimeter misst der Zwerg von Werkzeugaufnahme bis Kopfende. Das freut nicht nur Kinder. Sondern auch Möbelbauer, die Beschläge in engen Schränken anbringen wollen. Denen gefällt es auch, dass dank der Arretierung Bits keine Chance haben, aus ihrer Halterung zu springen und sich wieder einmal fast unerreichbar im einzigen Spalt des Werkstücks zu versenken.
Und da enge Ecken häufig die Eigenschaft haben, sich finster zu präsentieren, ist der Lichtschein der kleinen integrierten LED, die die Bohr- oder Schraubstelle ausleuchtet, hochwillkommen.
Geniales Getriebe
Auch mit großen Pfoten liegt der kleine Bosch gut in der Hand. Und lässt sich ohne Umschaltung in zwei Geschwindigkeiten bewegen. Im ersten Gang startet der GSR MX2Drive mit sanften 150 U/min. Die ideale Drehzahl, um etwa Schrauben bündig einzudrehen. Zieht man den roten Gasgriff jetzt an, wird der zweite Gang ohne Unterbrechung eingelegt. Und erhöht die Drehgeschwindigkeit auf bis zu 580 U/min. So werden Schrauben blitzschnell versenkt oder Löcher ausgebohrt.
Überraschende Akku-Power
Im Praxisversuch überrascht der Schrauber mit seinem hohen Drehmoment, das auch vor größeren Schrauben in Eichenbalken kein Verzagen kennt. Gleichzeitig lässt sich der Krafteinsatz so fein dosieren, dass auch zarte Scharnierschrauben ihren Kopf nicht verlieren. Hier fühlt sich der Kleine naturgemäß auch wohler, denn für Herkulesaufgaben wurde er schließlich nicht konstruiert.
Kraftwerker
Auch nach den ersten 100 Schraubvorgängen macht der Akku noch nicht schlapp. Bosch verspricht für seine kleinen Kraftwerke eine Lebensdauer, die sich dank spezieller Auslese und elektronischer Schonbehandlung um 400 Prozent verlängert. Im praktischen Mini-Systainer ist ein zweiter Akku bereits enthalten. Innerhalb einer Stunde ist eine leere Strom-Kartusche wieder voll. Das sorgt für reibungslose Arbeitsabläufe. Ebenfalls praktisch: Das Ladegerät nimmt auch 10,8-Volt-Akkus von Bosch auf.
Fazit: Bosch deckt das Portfolio an Akkuschraubern gekonnt nach unten ab, hat mit dem GSR MX2Drive einen großen Wurf gelandet. Das fehlende Bohrfutter muss zwar mit sechskantig fußenden Bohrern bestückt werden. Die aber sitzen dann perfekt. Einziges Problem: Der Mini-Handwerker rückt den Bonsai-Bohrer nicht wieder raus.
Weitere Informationen: Bosch Professional
