01.11.2010
0 Bewertung(en) Rating
Schriftgröße

Fiat Doblo Cargo

Fahrbericht: Der flotte Italiener

Nach dem ersten Öffnen der Tür schnell vom Wagen weg und noch einmal genau hinschauen: Tatsächlich, es ist der Testwagen. Der Fiat Kastenwagen präsentiert sich in einem Rot, das an Ferrari und Dolce Vita erinnert, aber nicht an schnöden Transporteralltag.

von Lutz Odewald

 - Fotos: Odewald
Fotos: Odewald

Es gibt Sachen, auf die man wirklich nur kommt, wenn man Italiener ist. Eine rote Innenausstattung bei einem Kastenwagen zum Beispiel. Auf die wäre jeder getunte Golf-Besitzer neidisch. Rot, wohin das Auge schaut. Breites Grinsen über die Extravaganz des italienischen Nutzfahrzeugs.


Auf den zweiten Blick
Der nagelneu entwickelte 90-PS-Turbodiesel startet sofort und schnurrt los. Manövrieren aus engen Parklücken? Kein Problem, die Karosse ist schön übersichtlich. Erster Stop an der Ausfahrt – es wird ausgekuppelt. Aha! Typisch: Der Italiener streikt. Der Motor ist aus.
Erschreckter Blick, doch dann kommt die Erinnerung: Start-Stop-Automatik! Nach dem Einlegen des ersten Ganges brummt der Motor wieder los. Also nix von wegen unzuverlässiger Südländer, der Italiener ist sogar ausgesprochen clever. Kleiner Trick mit großer Wirkung: Das 1,3-Liter-Motörchen braucht nur 4,8 Liter Diesel pro 100 km Fahrstrecke. Und pustet dabei nur 126 g/km CO2 aus. Das reicht locker für die Euro-5-Norm.
Durch die Stadt, über die Autobahn – Durchzug und Höchstgeschwindigkeit von knapp 160 km/h reichen völlig. Das 5-Gang-Getriebe schaltet sich knackig, der gut konturierte Fahrersitz hält auch Schwergewichte stundenlang bei rückenschonender Laune. Der nächste Stopp passiert vor der Haustür. Und das auch dann, wenn der Startpunkt in Flensburg und der nächste Halt in Garmisch ist: Die Reichweite beträgt bis zu 1250 Kilometer.


Ein patenter Kerl
Optisch hat der Fiat gewonnen, und auch motorisch lässt er nichts anbrennen. Doch wie steht es um die praktischen Seiten des Cargo? Ein Blick auf die Rahmendaten verrät: rekordverdächtig. 750 Kilo Nutzlast, die noch auf 1000 Kilo zulegen kann, wählt man die entsprechende Ausstattung . Ebener Laderaum, der zwei Europaletten schluckt. Die niedrig-ste Ladekante und der breiteste Abstand zwischen den Radhäusern in seiner Klasse. Dass die Schiebetür dann auch noch die breiteste im Vergleich aller Kleintransporter ist, verschafft dem Cargo zusätzliche Sympathiepunkte.
Wer will, kann den Doblò Cargo auch mit Hochdach oder langem Radstand ordern, dann erweitern sich seine Möglichkeiten zusätzlich. Gerade die lange Variante ist reizvoll, sollen Türzargen oder lange Leisten an Bord. Zwar schafft er auch mit kurzem Radstand und umgeklapptem Beifahrersitz mehr als zwei Meter, doch fast dreieinhalb Meter in der Langversion sind ein echtes Wort zum Sonntag. Dann muss aber der zweite Mann zum Anfassen mit der S-Bahn nachkommen, denn der Beifahrersitz ist dann umgeklappt.


Praktische Details
Dass sich optische Gefälligkeiten und sinnvolle Extras nicht beißen, beweist der Doblò Cargo übrigens schon bei seiner extravaganten roten Optik. Der Innenraum ist auch in seiner roten Variante nicht nur mit zahlreichen praktischen Ablagen bestückt, sondern beweist auch in Sachen Robustheit Nehmerqualitäten.
Nützlich ist die zweite Steckdose im Laderaum, praktisch auch das Gitter, welches Innen- und Ladebereich trennt. Und unverzichtbar und beim Doblò angenehm stabil die Verzurrösen für die Ladungssicherheit.


Blick in die Preisliste
Ein netter Kerl, der smarte Italiener. Genügsam, robust und immer einen Hauch schicker als die blecherne Konkurrenz. Und auch in Sachen Preis macht er eine „bella figura“. Schon bei 9950 Euro beginnt die Preisliste. Das getestete Fahrzeug mit 1,3-Liter-Motor in „SX“-Ausstattung beginnt bei 14500 Euro und dürfte für den Handwerkeralltag schon eine sehr komfortable Variante sein. Die Auflastung von 750 auf 1000 kg Nutzlast kostet 200 Euro, die zweite Schiebetür 290 Euro.

Daten im Überblick:
Fiat Doblo Cargo 1,3 JTD Kastenwagen
Ausführung Testwagen: SX (Euro 5 mit Start-Stop-Automatik)
Motor: 1,3-l-Multijet-Vierzylinder Diesel mit 90 PS (66 kW)
Getriebe: 5-Gang
Höchstgeschwindigkeit: 156 km/h
Verbrauch: 4,8 l/100 km
CO2-Werte: 126 g/km, Euro 5
Preis: ab 9950 €

Ist dieser Artikel für Sie hilfreich?

Kommentar schreiben

Ihre persönlichen Daten:

Sicherheitsprüfung: (» refresh)

Bitte füllen Sie alle Felder mit * aus! Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.