26. Mai 2010
EU-Bürokratie behindert Arbeit der Betriebe
Von wegen lohnender Binnenmarkt: Für kleine Betriebe sind die bürokratischen Hürden für grenzüberschreitende Arbeiten oft zu hoch. Dass es mit viel Ärger und Aufwand doch funktioniert, zeigt das Beispiel einer Schreinerei nahe der belgischen Grenze.
Acht Jahre hat die Schreinerei Brammertz aus Kornelimünster an ihrem Erfolg nahe der belgischen Grenze gearbeitet. Heute macht der Handwerksbetrieb mit 25 Mitarbeitern in Belgien, den Niederlanden und in Luxemburg ein Viertel seines Umsatzes, berichtet weltonline.de .
Doch diesen Erfolg haben sich Alice und Eduard Brammertz hart erkämpft. Die Brüsseler Behörden haben ihnen immer wieder Steine in den Weg gelegt. Die Unternehmer könnten verstehen, dass viele kleine Firmen aufgeben und den Weg aus "Vorurteilen und Verwaltungsaufwand" nicht gehen wollen.
"Für kleine Unternehmen funktioniert der Binnenmarkt nicht", zitiert weltonline Tina Sommer, Präsidentin der European Small Business Alliance. Nur jede fünfte Dienstleistung in der EU sei grenzüberschreitend. Gerade in der Krise sollte die EU die Chancen des Binnenmarktes nutzen. Das Potenzial der Dienstleistungsrichtlinie liege bei bis zu 140 Milliarden Euro – das würde ein BIP-Wachstum von 1,5 Prozent bedeuten, heißt es weiter.
Hürden für Handwerker gebe es genügend: Von der Anerkennung der Berufsabschlüsse bis hin zur Angst, dass EU-Ausländer Einheimischen die Arbeit wegnehmen. Ein Grund dafür sei die 2006 verabschiedete Dienstleistungsrichtlinie. Sie sei lediglich "ein Kompromiss, der Unternehmen nicht das bietet, was sie dringend brauchen: übersichtliche Strukturen".
Familie Brammertz hat auf Privatinitiative gesetzt und mittlerweile sei die Firma als GmbH in Belgien registriert. Nach langem Hin und Her darf der Betrieb jetzt auch bei öffentlichen Ausschreibungen mitmachen – die unbefristete Bewerbungserlaubnis habe er kürzlich erhalten.
Weitere Informationen: www.weltonline.de
(ja)
