März 2011 - Gelocht und perforiert
Der Akustiker
Schreiner Georg Wohlfart aus Bad Königshofen ist ein Mann für alle Fälle. Er und sein 25-köpfiges Team sind echte Allrounder. Eine Vorliebe hat der Schreiner aus Königshofen allerdings: Er mag Platten mit lauter klitzekleinen Löchern.
Ob Fenster oder Türen, Innenaus- oder Möbeleinbau, Objekt- oder Privatkundengeschäft – in seiner Werkstatt gibt es für die jeweiligen Bereiche eigene Abteilungen. „Wir machen in Sachen Holz alles, von A bis Z. Nur Särge und Bestattungen nicht.“ Hätte aber auch gepasst, denn sein Vorgänger, von dem Georg Wohlfart den Betrieb übernahm, hatte sogar noch einige der hölzernen Ruhestätten im Lager.
Auf der Gorch Fock
Seit 1985 ist der waschechte Franke aktiv. Dabei ist ihm das Schreinern gar nicht in die Wiege gelegt worden. „Mein Vater war Landwirt. Aber ich wollte halt schon immer was mit Holz machen.“ Die Begeisterung für den Werkstoff war nachhaltig. So nachhaltig, dass selbst eine vierjährige Dienstzeit bei der Marine den angehenden Schreiner nicht bremsen konnte. „Ich bin sogar auf der Gorch Fock gefahren.“ Doch der Ruf der fränkischen Heimat war stärker. Das beste Andenken an seine Zeit an der Küste hat Georg Wohlfart gleich mitgebracht: „Meine bessere Hälfte“, schmunzelt der Handwerker.
In der Werkstatt
Während in der einen Ecke der großen Werkstatt die Plattenaufteilsäge brummt, wird eine Ecke weiter gerade Furnier gepresst. In der Lackierabteilung warten etliche Stühle auf den feinen Auftrag. Quer durch die Halle und einmal um die Ecke werden an modernen Haustüren die Schlösser eingelassen. „Ein Auftrag für Stralsund, da sind wir bei einem Hotel dabei.“ Wohlfarts Wirkungskreis umfasst ganz Deutschland. Und seine Monteure sind auch schon deutlich weiter gereist: „Wir haben in Florida Küchen und in South Carolina Treppen eingebaut.“ Beim Gedanken an das Niveau der dort ortsansässigen Handwerker schüttelt sich Wohlfart. „Made in Germany hat einen viel besseren Klang im Ausland, als wir hier glauben“, erzählt der Handwerker aus Leidenschaft. „In Spanien sind wir recht häufig, um dort Ferienhäuser von deutschen Kunden auszubauen.“
Der Unternehmer ist umtriebig: „Unser Küchenstudio Dittmann & Wohlfart ist immer noch weit und breit bekannt.“ Doch irgendwann war selbst dem Unternehmer der Spagat zwischen Verkauf und Handwerk zuviel. Er zog sich aus dem Handel zurück. „Aber wenn Küchen aufzubauen sind, dann sind wir natürlich noch da“, grinst das Energiebündel.
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