03.01.2011
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OLED - das "organische" Licht

Das Licht der Zukunft

Eine Fläche beginnt zu leuchten - OLEDs funktionieren ganz anders als ihre Namensverwandten, die LEDs. Noch sind sie für den Masseneinsatz viel zu teuer. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis die OLEDs die Lichttechnik revolutionieren. Das Zeug dazu haben die ultraflachen Dinger.

von Lutz Odewald

 - PirOLED
PirOLED

Organische Leuchtdioden machen allmählich Furore. Osram hat jetzt erstmals eine Lampe vorgestellt, die mit der neuen Technologie arbeitet. Die „PirOLED“ ist eine 80 Zentimeter hohe Aluminium-Doppelhelix. Ihre Gestalt wollen die Techniker abgeleitet wissen von der Bewegung einer Pirouette, daher der Name. Sie kombiniert die klassischen LEDs, die hier als gerichtetes Licht eingesetzt werden, mit OLEDs, die einen sanften Diffusor-Effekt haben und dem Raumeffekt Genüge tragen wollen.
Die fünf eingesetzten OLEDs haben eine Lebensdauer von 5000 Stunden. Einziger Schwachpunkt der innovativen Lichtquelle: Interessierte Käufer müssen schlappe 9600 Euro investieren, um sich von der Skulptur ins rechte Licht setzen zu lassen.

Prinzip Glühwürmchen
Die noch sehr teure Technologie der OLEDs fußt darauf, dass eine hauchdünne organische Schicht mittels Strom zum Leuchten angeregt wird. Abgeschirmt wird sie von ebenfalls hauchdünnen isolierenden Schichten. Das Prinzip von Licht aussendenden organischen Stoffen ist aus dem Tierreich bekannt, allerdings besitzen Glühwürmchen und Co. keinen elektrischen Anschluss. Diese aus organischen Materialien aufgebaute Schicht unterscheidet OLEDs von den klassischen LEDs, bei denen anorganische Salze in kristalliner Form zum Leuchten angeregt werden. Noch sind die LEDs allerdings in Sachen Leuchtkraft, Lebensdauer und vor allem Preis weit vorne.

 - Orbeos von Osram
Orbeos von Osram

Leucht-Burger
OLEDs sind aufgebaut wie ein Sandwich: unten eine flächige Elektrode, darüber diverse Zwischenschichten, die unter anderem der Isolation dienen, dann die organische Leuchtschicht, schließlich die zweite Elektrode. Die Vorteile des Leucht-Burgers: OLEDs sind noch Strom sparender als LEDs. Sie leuchten als Fläche. Und sie lassen sich in hauchdünne und biegsame Formen bringen. Viele Entwicklungen beschäftigen sich daher mit Anwendungen im Displaybereich. Großformatige und hauchdünne Fernseher sind ebenso schon im Prototypenstadium wie eine hauchdünne echte E-Zeitung, die sich aufrollen lässt und über das Internet auf die neuesten News zugreift.

Faszination flache Flunder
Doch auch im Bereich der Wohnraumbeleuchtung verlassen die OLEDs langsam das Labor. Osram glänzt nicht nur mit einer trendigen Lampe, sondern hat mit seinen „Orbeos-Panels“ erste Leuchteneinheiten auf den Markt gebracht, die tatsächlich schon zu kaufen sind. Bei einer Leuchtfläche mit 80 Millimetern Durchmesser ist das Lichtelement nur 2,1 Millimeter dünn und 24 Gramm leicht.
Das Licht der OLED ist warmweiß, besitzt eine Farbtemperatur von 2800 K. Das entspricht dem Wert einer klassischen Glühlampe und sorgt für blendfreies und als angenehm empfundenes Licht. Die Flächenleuchte ist stufenlos dimmbar und liefert ihr Licht verzögerungsfrei nach dem Einschalten. 

 - Murakami Chair, Foto: Rochus Jacob
Murakami Chair, Foto: Rochus Jacob

Innovative Verschaukelung
Der Designer Rochen Jacob hat sich dem Flächenlicht angenommen und einen Schaukelstuhl entworfen, der gänzlich ohne Kabel auskommt, aber trotzdem zum beschwingten Lesen einlädt. Sein „Murakami“-Schaukler will bewegt werden, damit die raffinierte Technologie genug Strom erzeugt, um die klassisch anmutende Lampe zum Leuchten zu bringen. Wer ins Detail geht, erkennt, dass der Lampenschirm selber die Lampe ist, eine klassische Lichtquelle fehlt.

Noch haben die OLEDs allerdings exklusiven Premium-Charakter. Ein einzelnes Orbeos-Panel kostet rund 180 Euro. Osram hat jetzt eine erste OLED-Fabrik in Regensburg aufgebaut, in der ab 2011 OLEDs in größeren Stückzahlen hergestellt werden. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis leuchtende Flächen an Wand und Möbel unsere Wohnräume erobern werden.

 - Fotos: Osram
Fotos: Osram
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